Eine Uhr sollte nicht auf den Wecker gehen

 
Herrenuhren können heute vieles, das weit über die Anzeige der richtigen Zeit hinausgeht.Multifunktionale Uhren werden immer gefragter. Oft bleibt da der Chic auf der Strecke. Aber praktisch – vor allem auf Reisen – ist es schon, wenn das „Zeiteisen“ am Arm auch als Wecker dienen kann. Oder wenn die Uhr auch für ferne Orte dank eines drehbaren Ringes die richtige Zeit zeigt, ohne dass man erst die Zeitverschiebung nachschlagen muss.
Egal, welche Funktionen eine Uhr zusätzlich aufweist, in einem ist die Wahl der richtigen Herrenuhren eine Glaubensfrage: Analoge oder digitale Zeitanzeige beziehungsweise  mechanisches oder Quarzwerk.  Als die ersten digitalen Quarzuhren auftauchten, schien das Sterbeglöckchen für mechanische Uhren zu läuten. Und  eine Zeit lang sah es auch wirklich so aus, als ob der Siegeszug der digitalen Uhren nicht aufzuhalten sei. Wer noch immer eine mechanische Herrenuhr sein eigen nannte, galt schnell als konservativ. Doch in den späten 1980er Jahren wurde dieser Trend gestoppt, ja fast umgekehrt. Der Qualitätsgedanke trat wieder in den Vordergrund, handwerkliche Kunst  fand wieder eine Kundschaft, die aufwändige Arbeit auch angemessen bezahlen wollte (und konnte). Was gern übersehen wird: Die Uhrwerke zahlreicher Nobel-Hersteller werden aus Fernost importiert! Also Massenware im Nobel-Outfit.
Vielen Herren der Schöpfung gilt die Armbanduhr als einziges wirkliches Schmuckstück des Mannes.  Entsprechend tief ist man(n) deshalb auch bereit, in die Tasche zu greifen, um ein besonders teures oder seltenes) Exemplar zu ergattern. In immer stärkerem Maße machen sich aber vor allem Luxus-Segment Fälschungen breit. Der Zoll in den USA und auf vielen europäischen Flughäfen muss eine stetig steigende Zahl von Falsifikaten beschlagnahmen – und vernichten.  Billig-Ableger nobler Marken finden sich auch auf vielen Straßenmärkten osteuropäischer Touristen-Zentren. Für wenige Euro werden Uhren feil geboten, deren Original zehntausende Euro kostet. Wer solche  Fakes dann allen Ernstes trägt, entlarvt sich selbst als „Blender“.  Da kann es dann auch ohne Weckfunktion des gefälschten Edelteils gut sein, dass man seinen Zeitgenossen sprichwörtlich auf den Wecker geht …
 
Sandra Müller
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