Anti-Aging eine Krankheit oder nicht

Freunde hat man eigentlich für das ganze Leben. Sie helfen in der Not, unterstützen bei schwierigen Aufgaben und bereichern das Leben durch ihren Humor. Mit ihnen kann man feiern und trauern, lachen und weinen, eigentlich alles, was so passiert. Neulich waren wir, meine Freundin und ich, auf einer Wellnessfarm. Nicht das wir es nötig gehabt hätten, aber wir wollten uns etwas Gutes tun. Eine ganze Woche wurden wir von einer Behandlung in die nächste geschleppt, heute stand Fangopackung auf dem Programm und morgen ein Gesichtspeeling. Alles funktionierte Hand in Hand und wir waren voll von den Maßnahmen für Anti-Aging begeistert. Ein ärztlicher Rat ließ mich jedoch aufhorchen: Er meinte, dass meine Schwangerschaft für vier Jahren ein doch etwas hässliches Überbleibsel hinterlassen habe. Ja, da war sie nun, die Fettschürze, die sich um meine Hüften und meinem Bauch wölbte. Eigentlich war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst geworden, dass sie da ist. Unleugbar und fast schon dramatisch zeigte sie mir, dass ich etwas tun muss. Nach einem längeren Gespräch empfahl mir der Arzt, eine Hautverjüngung vornehmen zu lassen. Er hatte auch eine gute Klinik an der Hand, und nach 2 Wochen wäre ich wie neu geboren.
Meine Freundin unterstützte mich bei meinem Vorhaben und war fast ständig bei mir, um mir die Angst vor diesem operativen Eingriff zu nehmen. Und Angst hatte ich, aber mein Wunsch, schlank und jung auszusehen war größer. Nach insgesamt einer Woche hatte ich es überstanden, und wenn ich jetzt noch in zwei Wochen mein Abdomen-Mieder ablegen werde, bin ich wie neu geboren.
Georg Tramsen
nesta123@gmx.net