Psychologie des Casinos

Casinos operieren mit gefährlichen psychologischen Mitteln, um ihre Spieler zu gewinnen und vor allem, um die einmal gewonnen Spieler auch zu halten. Besonders groß ist die Abhängigkeit bei den Casinospielen und im Glücksspiel bei den Spielautomaten. Wobei die realen Casinos mit bunten Lichtern, mit Musik und Glamour die Besucher anziehen, während die online Casinos mit anderen Mitteln und oft erfolgreicher um die Spieler kämpfen. Und gerade online Casinos verstärken die Spielsucht.

Vor dem heimischen Computer kann der Glücksspieler zocken, ohne dass ein Mitmensch dabei ist, das Spiel stört oder das Casino schließt. Man kann Spielautomaten und Keno spielen, wann immer man möchte, die Automaten stehen den Süchtigen rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem wissen die Anbieter, wer ihnen am ehesten verfällt, - junge Erwachsene sind empfänglicher für das Glücksspiel per Internet. Daheim am Computer entziehen sich die Betroffenen jeglicher Kontrolle. Glücksspiele im Internet seien rund um die Uhr verfügbar; meist bemerke nicht mal die Familie, wenn ein Spieler dem Glücksspiel verfalle oder sich nicht mehr von den Spielautomaten am Bildschirm lösen kann. Aktuellen Studien zufolge gebe es allein in Deutschland 250.000 Spielsüchtige; das entspreche etwa der Zahl von Drogen- oder Alkoholabhängigen.

Krankhafte Spielsucht zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Spieler ihr ganzes Leben dem Spiel unterordnen. Die finanziellen Lasten nehmen zu, soziale Beziehungen werden getrennt - und es wird immer weiter gespielt, - ohne aufzuhören. Nicht selten münde das Ganze in Hoffnungslosigkeit und Resignation. In solchen Situationen steigt auch die Suizid-Gefahr. Am gefährlichsten seien immer die Glücksspiel-Angebote, die direkten Gewinn bescherten, wie etwa Spielautomaten in den Casinos. Die Glücksspielbranche setzt daher verstärkt auf Spielautomaten.

Und gerade bei Spielautomaten sei die Gefahr besonders groß, da das menschliche Gehirn auf knapp verlorene Spiele genauso reagiert wie auf wirkliche Gewinne. Knapp verloren gegangene Spiele lösen zudem mehr Ärger aus als Partien, die deutlich verloren wurden. Besonders deutlich tritt dies hervor, wenn Spieler sich an einarmigen Banditen oder anderen Spielautomaten versuchen. Das Gefühl beinahe etwas gewonnen zu haben, löst eine Verstärkung des Spielwunsches aus, - und erhöht die Spiellust und damit auch die Spielsucht. Dies ist einer der Gründe warum Casinos, - egal ob in der realen Welt oder im virtuellen Raum, - besonders auf Spielautomaten setzen.