Tarifdschungel Bausparen

120 Jahre nach der Gründung der „Bausparkasse für Jedermann“ durch Pastor Bodelschwingh ist der Markt für Bausparen überschwemmt von einer Vielzahl an Tarifen. Doch wer bauen will, braucht genau das – einen Tarif! Allerdings ist die Flut an Möglichkeiten und Angeboten selbst für Experten kaum noch zu durchschauen. Insgesamt 25 Bausparkassen locken die deutschen Bauwilligen mit dem idealen Bausparvertrag und stellen ihn mit über 100 Tarifen vor die Qual der Wahl.

Testsieger im Bereich Bausparen gibt es nicht, denn die Art des Bausparvertrags ist abhängig von den Zielen des Kunden. Wer einen Bausparvertrag abschließen will, sollte sich im Vorfeld bewusst sein, welches Resultat er damit erzielen will. Sollen durch das Bausparen vordergründig Immobilien finanziert oder das Eigenheim saniert werden, sind die Konditionen des Bauspardarlehens ausschlaggebend. Die Form dieses Darlehens wird wiederum durch die Liquidität des Bausparers bestimmt, d.h. kann er einen größeren Geldbetrag auf einmal in den Bausparvertrag einzahlen oder ist er ein Regelsparer, der Monat für Monat einzahlt. Für wen beim Bausparen allerdings eher der Guthabenzins im Mittelpunkt steht, spielen die Kreditkonditionen keine Rolle.

Im Falle einer Immobilienfinanzierung durch einen Bausparvertrag, sind drei Parameter besonders ausschlaggebend: Wie schnell erfolgt die finanzielle Zuteilung? Wie gering ist die monatliche Sparrate? Soll der spätere Kreditanteil höher sein als das nötige Guthaben?

Gemeinhin gilt: Je niedriger der Darlehenszins, desto länger die Wartezeit auf das Darlehen und je schneller das Geld benötigt wird, desto höher auch die Rückzahlungsrate. Daher lässt sich das Fazit ziehen, dass sich Bausparen eher als zielgerichtete Sparanlage denn zur Immobilienfinanzierung eignet.