Die Visitenkarte im Wandel der Zeit

Bei Visitenkarten handelt es sich um kleine eckige Kärtchen. Auf diesen sind Name und Anschrift vermerkt. Heute auch Telefonnummer und Emailadresse, sowie – wenn für unternehmerische Zwecke – auch der Firmenname und die Funktion im Betrieb, sowie die Internetadresse. Visitenkarten werden heute auch online getauscht. Dies geht schnell und ist kostengünstig. So etwas ist für uns heute selbstverständlich. Dass die Visitenkarten eine schon lange Tradition haben, das wissen viele gar nicht.
 
Die Visitenkarte kannte man dabei bereits schon im 15. Jahrhundert. Und zwar in China. In Frankreich und England wurden die Visitenkarten schon ab dem 17. Jahrhundert ein Teil der Etikette, später dann auch im übrigen Europa und in Amerika. Anfangs diente die Visitenkarte nicht der Werbung, sondern dazu, dass man sich in höheren gesellschaftlichen Kreisen vorstellte. In der Regel geschah dies durch die Hergabe der Visitenkarten an den Butler an der Tür eines hochherrschaftlichen Hauses, um so um Einlass zu bitten. Bestimmte Knickmuster der Visitenkarten zeigten dabei sogar an, aus welchem Grund der Besuch erfolgte. Man kann sagen, dass sich im Rahmen der Etikette dabei eine Art Geheimsprache entwickelt hat.
 
Die Herstellung der Visitenkarten war damals aufwändig. Heute – wo Visitenkarten nur noch auf Messen, Konferenzen und anderen geschäftlichen Treffen zwecks Erstkontakt ausgetauscht werden – hat die Visitenkarte dabei einen reinen Werbeeffekt. Heute wie damals ist es aber so, dass Visitenkarten, bzw. deren Austausch und der Blick auf die Funktionsbeschreibung im Unternehmen den Gesprächspartnern gleich vermitteln, wer welche Position inne hat und so regelrecht die „Machtverhältnisse“ stillschweigend geklärt werden. In Japan wird im Rahmen des Austauschs von Visitenkarten noch heute eine Zeremonie abgehalten.