Von den einfachen Holzdielen zum Palastboden mit Parkett

 
Holzdielen kannte man bereits im Mittelalter. Man fand sie zunächst nur in den Häusern von mehr oder weniger betuchteren Familien, später auch in den Häusern einfacher Leute. Bevor diese es sich aber auch leisten konnten Holzdielen sich in die Häuser zu legen, hatten diese den blanken Lehmboden als Fußboden. Als dann die einfachen Leute sich auch Holzdielen leisten konnten, wollten natürlich die in der Gesellschaft Höhergestellten einen besseren Bodenbelag für ihre Häuser. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelten sich die repräsentativeren Parkettböden. Diese entstanden durch den Einsatz von unterschiedlich langen und breiten Dielen, denen man durch Beizen und Färben auch unterschiedliche Farben verlieh. Darüber hinaus wurden mehr und mehr auch Edelhölzer eingesetzt. So erhielt man neue Farbschattierungen. Mit diesen Parkettböden ausgestattet wurden die Paläste der Könige und Fürsten, später auch die Patrizierhäuser. Die Holzdielen indes blieben noch über lange Zeit hinweg der Bodenbelag in den Häusern der unteren Gesellschaftsschicht, während in die Bürgerhäuser irgendwann auch die Parkettböden als Bodenbelag Einzug hielten.
 
In der Innenarchitekturgeschichte erlebten die Parkettböden dabei im 17. und im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit. In dieser Zeit wurde zum Beispiel das so genannte Tafelparkett erfunden, passenderweise in Frankreich, wo es bis heute im Original in den Barockschlössern zu bewundern ist. Kirsche, Birnbaum und Nussbaum waren dabei die Hölzer, die hierfür verwendet wurden. Im 18. Jahrhundert letztlich wurden kunstvolle Intarsienböden modern. Sie enthielten zahlreiche Ornamente und verewigten gar gegenständliche Bilder und Szenen in Holz als Bodenbelag. Die Geometrie schließlich hielt Einzug in diese Kunstform, als sich mit dem Beginn der Französischen Revolution im Jahr 1789 die Prachtentfaltung der absolutistischen Herrscher in Frankreich zumindest dem Ende zuneigte.