Wandverputzen

Wände müssen atmen.
Damit der Mensch gesund bleibt und nicht durch Schimmelsporen krank wird, gilt es beim Wandverputzen und der Frage, ob eine Innendämmung erfolgen soll oder nicht, einige grundsätzliche Dinge zu beachten.

Verputzte Wände haben einige typische, meist positive Eigenschaften: Nicht nur dass sie dadurch eine gefällige Optik aufweisen. Sie nehmen Luftfeuchtigkeit sehr gut auf und regulieren sie. Wandverputzen ist ein Vorgang, der sich sowohl für einen Neubau wie auch für eine Altbausanierung anbietet.
Wer wenig Erfahrungen mit Baumaterialien und ihrer Handhabung hat, der klassische Heimwerker, sollte auf das Auftragen des Grundputzes verzichten, dieses Profis überlassen und sich auf den Dekorputz konzentrieren. Dazu gehören Fein- oder Streichputze, die i.d.R. Stärken von 1-3 mm (Feinputz) und einem Zehntel Millimeter( Streichputz) haben.
Beim Thema Wandverputzen kann es in erster Linie nur um Innenwände gehen, denn auch das weitere Stichwort "Innendämmung" weist uns auf diesen Bereich. Für Außenwände benötigt man Gerüste. Die bauen die Profis dann meist gleich selbst mit auf.
Da aber Wände und Decken die größten sichtbaren Flächen in Wohnräumen darstellen, müssen sie auch nach bauphysikalisch richtigen Erkenntnissen und Maßnahmen verputzt werden. Optimal ist eine Kombination von Ziegelmauerwerk und einem Kalkputz auf den Innenwänden. Diese Kombination trifft sowohl auf Altbauten wie auf Neubauten zu, die durch bessere Allgemeinisolierung, die wiederum hohe Luftfeuchtigkeit und wenig Sauerstoff einschließt, stark zu Schimmelbildung neigen.
Ein Kalkputz gibt Schimmelsporen keinen Nährboden. Die Poren im Kalkputz nehmen Schadstoffe auf und bauen Kohlendioxid ab. Zusätzlich nimmt er wie Gips- oder Lehmputz die feuchte Luft auf und gibt sie an den Raum ab.
Probleme gibt es mit der Innwanddämmung. Diese Technik wird häufig bei Altbauten, vor allem Denkmalgeschützter Häuser eingesetzt, deren Fassade nicht verändert werden darf.
Zwar kann durch die Innenwanddämmung der Energiebedarf eines Altbaus erheblich sinken, aber wenn sie nicht sorgfältig geplant und durchgeführt wird, kommt es zu Schimmelbildungen erheblichen Ausmaßes.
Zu bedenken ist dabei, dass kein Luftaustausch von innen nach außen möglich ist. Im Gegenteil, in kalten Wintern bleibt das Außenmauerwerk eisig, während es an Übergangstellen zu Kältebrücken kommen kann. An diesen Stellen aber kann sich Tauwasser absetzen, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit als kalte speichern kann. Dieses Problem kann man dann umgehen, wenn man statt Verbundplatten, Dämmputze oder Kalziumsilitplatten (teurer als Polyurethan!) verwendet. Das aber muss gut berechnet werden. Man hat aber eine gute Schimmelprophylaxe.
Nachteile und Gefahren herkömmlicher Methoden: Der Raum wird wegen der Dicke des Dämmmaterials kleiner, im Brandfall lösen sich toxische Stoffe.