Welche Funktion hat Design?

Bei dem Begriff "Design" handelt es sich um ein Lehnwort aus dem Englischen, das auf Deutsch übersetzt "Entwurf", "Gestaltung" oder "Formgebung" bedeutet. Zu Beginn des kam der Begriff in die deutsche Sprache, als zunächst das französische Wort "dessin" übernommen wurde.  Das englische "design" setzte sich hierzulande erst vor etwa 50 Jahren durch. In der Alltagssprache wird Design oft als eine Art Zusatzleistung verstanden, die mit der Funktionalität eines Produkts nichts zu tun hat und rein gestalterischen Regeln Kriterien unterliegt. Design ist jedoch mehr als das. Es handelt sich dabei vielmehr um einen Gestaltungsprozess, bei dem ein Objekt nach den Bedürfnissen des Menschen entworfen wird. Design ist demzufolge zweckorientiert. 

Damit ein Objekt in der gewünschten Art und Weise funktioniert, muss sein Design verschiedenen und oft auch widersprüchlichen Anforderungen gerecht werden: Ergonomie und Komfort, Funktion und Haltbarkeit müssen einander ergänzen und unter ästhetischen Gesichtspunkten miteinander in Einklang gebracht werden. Form und Funktion lassen sich daher nicht getrennt voneinander betrachten.

Design erfüllt sowohl Funktionen für den Körper als auch Funktionen für den Geist. Zu den körperbezogenen Funktionen zählt vor allem die Ergonomie. Ziel der Ergonomie ist es, einen Gegenstand so zu konstruieren, dass er leicht handhabbar und komfortabel ist, damit eine effiziente und fehlerfreie Nutzung möglich ist. Zu den körperorientierten Funktionen zählen außerdem die sogenannten gebrauchsfördernden Funktionen. Darunter fallen alle Ebenen eines Objekts, auf die der menschliche Körper beim Gebrauch des Objekts zurückgreift. Am Beispiel eines Eimers lässt sich die gebrauchsfördende Funktion von Design gut verdeutlichen: Die Funktionalität des Eimers basiert auf seiner Eigenschaft als hohle Form. Der Henkel aber ermöglicht uns erst die effiziente Benutzung. Beim Produktdesign bzw. Industriedesign müssen Gebrauchsgegenstände so gestaltet werden, dass sie einfach zu handhaben sind. 

Zu den Funktionen für den Verstand und die Psyche gehören unter anderem die Zeichen- und die Vermittlungsfunktion sowie die strukturiende Funktion. Ein typisches und einfaches Beispiel für die Zeichenfunktion von Design ist der Pfeil, der bei Beschilderungen grundsätzlich als Richtungsweiser eingesetzt wird. Die vermittelnde Funktion von Design kommt zum Tragen, wenn die Aufnahme von Informationen für den Menschen nicht unmittelbar möglich ist. Design vermittelt dann zwischen dem Menschen und den immateriellen Inhalten, z. B. in der Digitaltechnik durch sogenannte User-Interfaces (Mensch-Maschine-Schnittstellen). Die Strukturierungsfunktion lässt sich gut am Beispiel des Zollstocks veranschaulichen: Der Mensch kann das Konzept einer Skalierung nur über eine sinnlich erfahrbare Form erfassen. 

Daneben gibt es auch noch eine psychologische Funktion von Design. Zum Beispiel wirken sich Farben und Formen auf unseren Gemütszustand aus und werden daher gezielt eingesetzt, etwa in der professionellen Raumausstattung. Sofern sich Design auf die sozialen Aspekte eines Objekts bezieht, liegt eine symbolische Funktion vor. Daher gelten besonders teure Produkte, z. B. Schmuck oder Maßanzüge, oft als Prestigesymbole, denn sie verweisen auf einen hohen sozialen Status oder die besondere gesellschaftliche Position dessen, der sie besitzt. Bei der Markenbildung ist es die Aufgabe von Design, ein bestimmtes Markenimage zu schaffen, das solche Aspekte mit einbezieht.