Ein ganz wunderbarer Duft

Gekocht wird heute auf allen Fernsehprogrammen. Schauspieler, Moderatoren, Starköche und seit Jahr und Tag Alfred Biolek, dessen Gerichte der Autor am meisten schätzt, sicherlich auch wegen der ruhigen Atmosphäre seiner Sendung und der leichten Ernsthaftigkeit, die Alfred Biolek ausstrahlt. Selbstverständlich schätze ich seine Kochkunst erst nach der mütterlichen Küche. Frische Ware herzunehmen, ist aber heute wie damals Garant für ein gesundes nährstoff- und vitaminreiches Mahl.
In den 70er und 80er Jahren wurde noch nicht viel über leichte Ernährung gesprochen, die ihren Vergleich in der italienischen Küche gefunden hat. In diesen Jahrzehnten aber kam ein Topf auf den Markt,  der ansehnlicher nicht sein konnte. Er bestand aus Ton und hatte die Form eines Brotes. In ihm kann man praktisches alles zubereiten, Nudelaufläufe, Fleischgerichte, Nachspeisen. Die Rede ist vom Römertopf. Der Vorgang der Essenszubereitung hieß jetzt nicht mehr Kochen, sondern Garen. Man benötigt kaum zusätzliches Fett oder Flüssigkeit, und das bedeutet, Geschmack und Nährstoffe bleiben nahezu erhalten. Es läßt sich ein ganzes Hähnchen mit Gemüse und Kräutern und Knoblauch in ihm anrichten, wie man darin auch ein köstliches Brot backen kann. Der weitere Vorteil des Römertopfes ist, es brennt in ihm nichts an und der Backofen bleibt sauber. Vielleicht ist er ein wenig in Vergessenheit geraten, in den Kochsendungen kommt er selten vor, aber er ist im letzten Jahr 40 Jahre alt geworden, und deshalb sei an ihn erinnert. Denn er gehört zu den guten und nützlichen Dingen im Haushalt und feiert deshalb ganz wunderbar die ihm gebührende Renaissance.
 
Hans-Joachim Püttmann