Inkasso vs. Moral

Viele Menschen, gerade Schuldner, halten es für ziemlich unmoralisch, plötzlich mit einem Inkassodienst zu tun haben zu müssen, der private finanzielle Angaben erfragt, um Gelder für Unternehmen einzufordern.
 
Aber was ist daran unmoralisch? Ein Unternehmen hat einst Waren verkauft bzw. Dienstleistungen getätigt, die der Schuldner in Auftrag gegeben hat. Der Schuldner hat es versäumt, die entsprechende Zahlungspflicht walten zu lassen und das Geld anzuweisen.
 
Das Unternehmen sieht sich nach einer unternehmenseigenen Mahnung gezwungen, einen Inkassoservice einzuschalten und diesen auf den Schuldner „anzusetzen“.
 
Unternehmer hätten jetzt auch direkt zu einem Rechtsanwalt gehen können, um die Gelder einzutreiben bzw. zu betreiben. Aber gewählt wurde hier ein Service, der sich tagtäglich mit nichts anderem auseinandersetzt, als dem Inkasso etwaiger Unternehmen. Warum also nicht?
 
Auch geht der Inkasso Service nicht unmoralisch vor. Nach einer schriftlichen Zahlungsaufforderung folgen evtl. Telefonate und persönliche Termine mit dem Schuldner, um evtl. eine Lösung für beide Parteien zu finden, mithin beispielsweise einen Ratenzahlungsplan.
Daran ist nichts Unmoralisches zu finden.
 
Letztendlich wird die „gerichtliche“ Betreibung erst dann durchgeführt, wenn der Schuldner es nach wie vor vorzieht, den Kopf in den Sand zu stecken und keinerlei Zahlung zu leisten. Die Betreibung erfordert ein gewisses Knowhow, welches halt oftmals vom Inkassoservice oder halt einem Rechtsanwalt an den Tag gelegt wird.
 
Man kann also nicht behaupten, dass ein seriöser und professioneller Inkassoservice unmoralisch vorgehen würde oder die Sitten der Menschlichkeit gar vergessen könnte. Es werden ausschließlich legale Wege betreten, um die Gelder für das Unternehmen zu betreiben und die Angelegenheit endlich zu erledigen.