Deko die neue Kunst

Hurra, endlich wird geheiratet. Schon Monate vorher bekamen wir von Seiten der Eltern und Schwiegereltern gutgemeinte Ratschläge, wie das Hochzeitsfest ausfallen sollte. Der Termin musste festgelegt werden und die Frage, welcher Pater die Trauung vornehmen soll, stand tagtäglich zur Diskussion. Da war die Dekoration, die besorgt werden muss und die Blumen und das Essen und alles möglich andere. Als sich dann neben unserer Oma auch Tante und Onkel, und das jeweils in zweifacher Ausführung zu Wort meldeten, fiel mir ein, dass eine Hochzeit in Übersee vielleicht viel besser sei, um dem ganzen Trubel um dieses Ereignis zu entfliehen. Mein noch „Verlobter“ fand diese Idee auf jeden Fall voll cool, denn er war kein Freund von Familienfesten. Aber als wir den Familien den Vorschlag unterbreiteten kamen Sätze wie z.B. „Kind, dass kannst du nicht tun, ohne uns, zu heiraten“ oder „so weit weg, da kann ja alles möglich passieren“. Also war es damit nichts. Es standen andere Dinge im Vordergrund. Mein Brautkleid war ein Traum aus weißem Organza und mein „fast“ Ehemann trug einen schwarzen Smoking mit einer kleinen Orchidee, eine Blume aus meinem Brautstrauß, am Knopfloch. Neben den Dingen, die eine Braut haben sollte, wie z.B. etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes wie die Dekoration, steckte mir meine Mutter ein blaues Band und einen Cent zu, dass soll Glück bringen. Die Zeit verging wie im Flug und ehe wir uns versahen, waren wir Ehemann und Ehefrau. So haben wir in unserem Dorf geheiratet mit allem Pomp und was dazu gehört.
 
Georg Tramsen
nesta123@gmx.net