Akute und chronische Obstipation

Bei Obstipation, im Volksmund Verstopfung, unterscheidet man die chronische und die akute Form. Die akute Form ist auf Ursachen wie Ernährungsumstellungen oder Operationen zurückzuführen. Auch auf Reisen kann eine akute Verstopfung plötzlich auftreten. Hier ist es der anderen Ernährung, den fremden Gewürzen oder der ungewohnten, neuen Umgebung und dem geänderten Tagesrhythmus zuzuschreiben, dass diese Störung auftritt. Auf Reisen kann ebenso die Psyche eine gewisse Rolle spielen. Diese Art der Verstopfung wird direkt Reiseverstopfung genannt. Sie ist zeitlich begrenzt. Denn nach der Rückkehr in die gewohnten Lebensumstände, verschwinden diese Probleme wieder. Oft hilft auch ein einfaches, freiverkäufliches Abführmittel, um die Darmtätigkeit wieder anzuregen. Von einer chronischen Obstipation spricht man, wenn der Stuhlgang über mehrere Monate hinweg jeweils regelmäßig mehr als vier Tage ausbleibt. Diese Art der Obstipation wird noch einmal in weitere Gruppen unterteilt. Wenn die Darmtätigkeit zu träge ist, dem Darminhalt Wasser entzogen wird und er somit nur langsam bewegt wird, geht man von einer kologenen Obstipation aus. Diese Form kann die Folge von anderen Erkrankungen, wie Diabetes mellitus, Multipler Sklerose oder auch Morbus Parkinson, sein. Doch die Einnahme von bestimmten Medikamenten führt zum Teil dazu. Sie ist zum Beispiel eine häufige Nebenwirkung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ebenfalls ursächlich für Verdauungsstörungen sein. Veränderungen im Enddarm- und Afterbereich führen häufig zu einer anorektalen Obstipation. Solche Veränderungen wären Analstenosen, also Verengungen am Darmausgang oder Aussackungen im Enddarmbereich. Schwer zu diagnostizieren ist die diopathische Obstipation. Leider sind hier nämlich keine krankhaften Veränderungen zu erkennen. Ursache dafür sind Stress oder absichtlich unterdrückter Stuhlgang.