Fasten und die Veränderung danach

 Beim Fasten verändert sich der Körper. Alle, die jemals an einer Fastenkur oder an dem so legendär gewordenen Fastenwandern teilgenommen haben, werden zu berichten wissen, dass sich durch das Fasten nicht nur Veränderungen im körperlichen, sondern auch im geistig-seelischen Bereich bei den Teilnehmenden vollzogen haben. Einerseits führt eine Auseinandersetzung mit schwerwiegenden Problemen des alltäglichen Lebens zu einer Neuorientierung und Selbstfindung. Auf der anderen Seite gaben die Teilnehmer auch an, dass bei manchen Menschen möglicherweise auch eine medizinische Ursache für die seelische Umstimmung verantwortlich sein kann. Alles das spielt eine Rolle und die Erfahrungswerte sollten vor Antritt unbedingt mit einem Arzt besprochen werden.
Viele berichten mit einer großen Euphorie von der ersten festen Nahrungsaufnahme nach einer Fastenkur in Kombination mit dem Fastenwandern. Man beschrieb hier das totale Geschmackserlebnis und wäre wohl überrascht gewesen, dass ein Apfel einen so intensiven Geschmack hätte. Die Teilnehmer von Intensivfastenwanderungen beschrieben aber noch mehr eine gewisse Art von Leichtigkeit und Freiheit. Hierfür ist der Grund vermutlich nicht in der Selbstreinigung zu suchen, wie leider schon so oft behauptet wurde.
Vielmehr ist sie in einer Art von Notreaktion des Körpers zu suchen, denn dieser produziert eine morphinähnliche Substanz, die für das Euphoriegefühl zuständig ist. Dadurch wiederum ist ganz einfach erklärt, jemand der eine Fastenkur und das Fastenwandern praktiziert und dabei auch noch glücklich ist, der tut das natürlich mit mehr Freude und größerem Erfolg. Aber auch bei aller Freude sollte Fastenwandern eine tägliche Kilometeranzahl von 20 nicht überschreiten. Man kann sogar nach der ersten Fastenwanderung erst die nicht so angenehme Darmreinigung beim Fasten durchführen, aber das sollte mit dem behandelnden Therapeuten in einem Gespräch geklärt werden.
 
Sandra Müller
vz(at)hub-eisenach.de