Gesunde Raumluft

Kurt Tucholsky weckt in der humoristischen Erzählung Das Wirtshaus im Spessart seine Freunde mit der Frage : "Und in dieser Luft könnt' ihr schlafen?" Sie augenscheinlich konnten.
Gesunde Raumluft trägt sehr viel zum Wohlbefinden des Menschen bei. Und das bedeutet, die Luft darf weder zu trocken, noch zu feucht sein. Die ideale Luftfeuchtigkeit, gerade in der Heizperiode, liegt zwischen 45 bis 55 %. Mit einem Hygrometer kann man die Luftfeuchte zuverlässig messen. In der Winterzeit, wenn die Außenluft sehr trocken ist, sinkt dieser Wert häufig unter den empfohlenen Richtwert. Die durch die Heizung aufgewirbelten Staubteilchen verunreinigen die Raumluft deutlich, das Gefühl, dass die Raumluft erheblich zu trocken ist, verstärkt sich. Reizungen der Atemwege, der Schleimhäute, Augenbrennen und vermehrt Erkältungen sind die Folge schlecht belüfteter Räume. Luftbefeuchter sorgen in solchen Fällen für ein ausgeglichenes Klima. Pflanzen steuern auch zu einer Verbeserung bei, aber bei Menschen, die an Allergien leiden, können Sporen aus der Blumenerde zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Die ideale Temperatur in Wohnräumen liegt bei 20 Grad, im Schlafzimmer 18 Grad und im Badezimmer 22 Grad.
Gefährlich sind Schimmelpilze, die sich bilden, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch mit Schimmelpilz belasteten Wohnungen dürfen nicht unterschätzt werden: Husten, Schnupfen, Bindehaut-entzündungen bis zum Asthma sind einige Folgeerkrankungen. Ein Luftentfeuchter hilft, aber auch das mehrmals tägliche Lüften der Wohnräume sollte beachtet werden. Kein Wunder, dass durch bauliche Maßnahmen im Zuge der Energiesparmaßnahmen, dichte Fenster und isolierte Außenwände, die Gefahr der Schimmelpilzbildung in Wohnungen zugenommen hat. Die Luftfeuchtigkeit sollte immer unter 65 % liegen. Bei über 80 % bildet sich Schimmel.
 
Hans-Joachim Püttmann