Das Massivhaus – Stabilität dank spezieller Bauweise

Anders als beim Fertighaus, bei dem die einzelnen Bauelemente wie Seitenwände, Decken und Bodenplatte in einer Produktionsstätte vorgefertigt werden und nur noch zur Endmontage den Weg zur Baustelle finden, basiert die Bauweise der Massivhäuser auf einem ganz anderen Prinzip, nämlich auf der gerne als Stein-auf-Stein bezeichneten Baumethode. Mit diesem elementaren Unterschied geht eine wesentliche Kontroverse in der Stabilität einher.
 
Tragende Wände als Stabilitätsgarant beim Massivhaus
 
Bei einem Fertighaus wird man sehr schnell erkennen, dass die einzelnen Wände an sich sehr dünn sind und deshalb kaum tragende Funktionen übernehmen können. Die Stabilität dieses Hauses wird erst durch die Gesamtkonstruktion aller Wände, Decken, der Bodenplatte und des Dachs induziert. Ganz anders aber beim Massivhaus. Hier ist schließlich jede einzelne Wand nicht aus einem Guss, sondern in mühsamer Kleinarbeit gemauert. Das Ergebnis kann sich aber gerade im Stabilitätssinne sehen lassen.
 
Während Fertighäuser nur als Gesamtheit ihre Beständigkeit erhalten, ist beim Massivhaus jede einzelne Wand für sich tragend. Dies bedeutet, sie kann unabhängig von den anderen Hausbestandteilen existieren und auch Träger großer Lasten, wie der Dachfette sein. Entsprechend sieht man im Massivhaus deutlich dickere Wandmauerwerke, als beim Fertighaus jemals denkbar sind.
 
Was nutzt die Massivhaus-Stabilität?
 
Dass die besondere Konstruktion der Massivhauswände und die daraus resultierende Stabilität Realität sind, ist ja schön und gut. Als Endverbraucher fragt man sich aber, worin der große Vorteil dieser Tatsache, die das Massivhaus zugegebenermaßen deutlich teurer als die Fertighauskonkurrenz macht, liegt.
 
Die Antwort auf diese Frage kann man sich am besten bildlich vorstellen. Ein Kartenhaus ist stabil in seiner Gesamtheit, leider aber anfällig gegenüber äußeren Einflüssen auch minimalster Intensität. Beim Spielzeughaus aus Holzbausteinen hingegen ist jede Wand an sich existenzberechtigt, die Anfälligkeit des großen Ganzen folglich nicht sonderlich hoch. Genauso verhält es sich bei Fertighaus und Massivhaus.
 
Ein Massivhaus ist eindeutig die stabilere Konstruktion, die auch von starken Sturmböen oder Erderschütterungen im oberen Bereich der Richterskala recht unbeeindruckt bleibt. Und sollten doch einmal tragende Teile beschädigt werden, so können die intakten Bestandteile des Massivhauses dennoch ihre Funktion beibehalten und somit das Schlimmste verhindern. Dies geht aber nur dank der solitären Tragfähigkeit der Massivhausteile.
Quelle: http://www.massivhaus-fertighaus.org