Was Urgroßmutter noch wusste

Bei der ersten Generation des 20. Jahrhunderts war eine Nähmaschine sicherlich schon ein Luxus-Artikel. Dennoch gab es diese damals noch größtenteils aus Gusseisen hergestellten Maschinen in sehr vielen Haushalten. Dadurch das meist mehrere Generationen noch in einem Haus lebten, wurden diese Maschinen dann auch von mehreren Generationen benutzt und das Erlernen dieser Kunst auch im eigenen Haus erleichtert.
Viele Frauen die die Fingerfertigkeit besaßen verdienten sich in den schweren Jahren der beiden Kriege mit diesen Maschinen ihren Lebensunterhalt,weil viele ihrer Männer nicht mehr zurück kamen. So besaßen diese Maschinen einen sehr großen Bekanntheitsgrad und einen ebenso großen Status in einem Haushalt.
Damals waren natürlich Nähmaschinen Angebote eher selten und man musste schon sehr viel Glück haben während der Kriege irgendwo eine zu bekommen. Ohnehin war es eine körperlich sehr anstrengende Arbeit an diesen Maschinen zu arbeiten,was zusätzlich noch durch das nicht Vorhandensein ausreichender Beleuchtung erschwert wurde.
Direkt nach dem Krieg verdienten sich viele unserer Großmütter oder Urgroßmütter dadurch ihren Lebensunterhalt, das sie mangels vorhandenen Stoffen,alte Uniformen auftrennten und Röcke ,Jacken und Hosen zusammennähten,die sie dann oft in tagelangen Fußmärschen in anderen Provinzen zum Tausch gegen Lebensmittel anboten.
Die Arbeit an diesen mit über Pedal und Schwungräder betriebenen rein mechanischen Nähmaschinen wurde dann nach dem 2.Weltkrieg nach und nach durch die ersten elektrischen Maschinen ersetzt. Diese Nähmaschinen Angebote waren aber meist nur für die Haushalte erschwinglich bei der die langsam wieder wachsende Kaufkraft auch ankam. Es dauerte jedoch bis in die 50ziger Jahre bis die ersten einfachen Arbeiter-Familien daran dachte eine elektrische Nähmaschine zu kaufen. In den 60zigern gab es dann wahrscheinlich schon in jedem 2. Haushalt einen elektrische Nähmaschine.