Faszination pur: Modellbau und mehr für beide Geschlechter

Menschen haben die unterschiedlichsten Hobbys: die Einen sammeln Briefmarken, einige surfen im Internet, die anderen bauen Motorenmodelle. Sind diese Modellbauer alles Tüftler in grauen Kitteln und mit Nickelbrillen, die bis spät in die Nacht an ihren
Hacker Motoren werkeln? Wie stelle ich mir jemanden vor, der Motorenmodelle baut? Wie kommt man denn dazu? Alle kleinen Jungs nehmen gerne Maschinen auseinander, egal ob den kaputten Toaster, die defekte Waschmaschine oder ein ausgedientes Handy ist. Es macht ihnen Spaß, die Drähte und Verbindungen, Schweißpunkte und noch so kleinsten Bauteile auszubauen und auf andere Weise wieder zusammenzupfriemeln. Wenn dieses kleinen Jungs dann größer werden, soll das Ganze natürlich einen Sinn bekommen und auch funktionieren. Dann wird mit Verstand an die Sache rangegangen und die ersten richtigen Modelle von echten Motoren irgendwie verarbeitet. Man kann mit denen sogar wirklich etwas anfangen: Man kann damit Maschinen betreiben oder Loks oder Boote oder Flugzeuge - natürlich auch wiederum nur Modelle. Dennoch - Faszination Technik ist da und aus solch einem kleinen Tüftler wird vielleicht ein echter Flugzeugbauer oder ein ganz genialer Erfinder. Klasse. Schön, wenn alle Kids in solch sinnvoll erscheinende Bahnen gelenkt würden, dann hätte sich das Komasaufen, der Internetwahn und die Sucht nach Computerspielen mehr als schnell erledigt und wir bekämen vielleicht mal all die Erfindungen und Produkte, auf die wir alle schon längst gewartet haben: Autos, die mit Abwasser fahren, Flugzeuge, die mit Sonnenenergie fliegen und den Roboter, der wie eine eierlegende Wollmilchsau sämtliche lästige Hausarbeit abnimmt, inkl. WCs putzen und Rasen mähen. Na ja, aber eigentlich wollen wir ja nicht nur Männer in grauen Kitteln und mit Nickelbrillen, wir brauchen ja auch Popstars, Briefträger, Maurer und Ärzte - aber Letztere könnten sich doch auch erst an Modellen versuchen. Oder ist das Herz zum Beispiel nicht doch ähnlich aufgebaut, wie ein Motor? Eigentlich könnte man doch alles am Modell lernen, oder? Das macht mich nun neugierig. Ich habe noch einen ausgedienten Mixer zu Hause, irgendwo auf dem Speicher oder im Keller. Ob ich den nachher mal suche und auseinandernehme? Ich? Wäre irgendwie untypisch, ich bin schließlich eine erwachsene Frau. Ich bin mit so etwas nicht groß geworden. Warum eigentlich nicht? Warum sind es stets noch meistens Vertreter des männlichen Geschlechts, die sich mit so etwas beschäftigen? Keine Ahnung. Als Kind hat mein Vater mein Fahrrad repariert. Mein Sohn hingegen versucht es selber oder fragt wiederum seinen Vater. Aber irgendwie ... ich weiß es. Ich versuche es mit Kunst an Motorenmodellen. Ich hatte da mal was gesehen, da waren Drähte, Platinen etc. von wahrscheinlich ausgedienten Motoren zu kleinen lustigen Männchen verschweißt, Männchen auf Surfbrettern, mit Musikinstrumenten oder einem Fußball, alles bestand aus Teilen von Hacker Motoren oder Modellen von Motoren. Also, das wäre doch mal ein schöner Zugang zur Technik für Frauen. Ja ja, ich weiß, das ist voll die Geschlechterschublade, es gibt auch gestandene Frauen, die richtige Autos reparieren und so weiter. Aber kaputt reparieren und auseinandernehmen und dann Kunst daraus machen - das sollte wirklich jeder können. Oder wäre das ein Projekt für einen Kindergarten? Mir gefällt die Idee. Irgendwie sollte jeder Zugang zur Technik finden und ein prima Recycling für schrottige Modelle wird auch garantiert.