Immer aktuell - das Hobby Kalligraphie

Der Begriff Kalligraphie kommt aus dem Griechischen. Er setzt sich aus den Worten „kallos“ für Schönheit und „graphein“ für schreiben zusammen und bedeutet daher die Kunst des schönen Schreibens von Hand. Die gebräuchlichsten Werkzeuge hierzu sind Feder, Federkiel oder Pinsel. Es wird mit Tusche oder auch Aquarellfarben auf Büttenpapier, Pergament oder farbigen Karton geschrieben. Oft wird die Schrift reich mit Verzierungen versehen.

 
In der heutigen Zeit ist die Kalligraphie als Kunstform und Hobby weit verbreitet und lebendig. Sie wird für persönliche Botschaften, für repräsentative Einträge in Gästebüchern oder Goldenen Büchern und bei der Gestaltung von Urkunden, die meist in Urkundenmappen überreicht werden, verwendet. Auch Glückwunschkarten oder Tischkarten kann man mit Hilfe der Kalligraphie individuell und ganz auf die Person und den Anlaß abgestimmt wunderschön gestalten.
 
Die Geschichte der Kalligraphie reicht jedoch über Jahrtausende zurück. Mit wachsenden Siedlungsstrukturen entwickelte der Mensch an vielen Orten der Erde Möglichkeiten der schriftlichen Verständigung. Schon ca. 3.500 v. Chr. entwickelten die Sumerer, die zwischen Euphrat und Tigris lebten, die Keilschrift, die mit keilförmigen Griffeln in Tontafeln gestanzt wurde. Die Mayas, Azteken und die alten Ägypter entwickelten Hieroglyphenschriften.
 
Die griechische Schrift, aus der das bei uns heute noch gebräuchliche römische Alphabet entstand, hat ihren Ursprung bei den Phöniziern. Das griechische Alphabet war unserem heutigen schon sehr ähnlich. Es enthielt Vokale und Konsonanten. Auf dem Gebiet des heutigen Italien übernahmen zunächst die Erstrusker und nach ihnen die Römer das griechische Alphabet. Das lateinische Alphabet verwenden wir heute noch. Es kamen allerdings zum Beispiel noch die Umlaute und das „ß“ dazu.
 
Im mittelalterlichen Europa war die Kalligraphie die einzig bekannte Form der Übermittlung von Literatur. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die sogenannte gotische Schrift, eine gebrochene Schrift mit strengem Aussehen. Kalligraphie wurde als Kunstform vorwiegend im Bereich der Überschriften und Initialen angewandt. In abgeschiedenen Klöstern entstanden meist sakrale Werke, die durch ihre aufwändige Ausstattung und vielfältigen Details faszinieren.