Die Marktlage Kirschkerne

Kirschkerne erleben zurzeit einen dramatischen Preisanstieg. Die Zeiten, in denen man Kirschkerne günstig kaufen konnte, gehören wohl endgültig der Vergangenheit an. Die Gründe für den Preisanstieg sind sehr vielfältig. Die Anbaugebiete in Deutschland verzeichneten in den vergangenen Jahren sehr große Ernteausfälle. Die Kirschenernte ging in den letzten 3 Jahren in Deutschland um 30% zurück, es sind Kirschplantagen stillgelegt worden und Kirschbäume gefällt worden. Der Anbau und die Ernte lohnen sich hierzulande  nicht mehr. Kirschen werden heute zunehmend aus den osteuropäischen Ländern importiert. Polen ist seit einiger Zeit für den deutschen Markt der Hauptlieferant. Da aber auch Polen mit den verheerenden Auswirkungen der vergangenen Winter zu tun hatte, konnte das Land kaum den eigenen Bedarf decken. Schon während der Ernte wurde ein großer Teil der Kirschen entkernt und weiterverarbeitet, die Kirschen landeten erst gar nicht in den Kühlhäusern.
Das Trocknen der Kirschkerne ist zudem ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Der Trocknungsprozess ist ein sehr aufwändiges und langwieriges Verfahren. Gestiegene Energiekosten führten zu unvermeidbaren Kostensteigerungen, welche natürlich Auswirkungen auf die Einkaufspreise von Kirschkernen haben. Die verstärkte Nachfrage nach Kirschkernen kommt heute aus der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Kirschkerne werden aber zum Beispiel auch als Strahlmittel bei der Entfernung von Farbresten auf Aluminium eingesetzt. Die Zeiten, als Kirschkerne nur als Füllung von Kirschkernkissen verwendet wurden, sind vorbei. Kirschkerne haben sich also vom Abfallprodukt zu einem wertvollen Rohstoff gemausert. Kirschkerne und Kirschkernkissen sind in Deutschland längst aus der Geheimtipp-Ecke heraus. Unsere Nachbarländer erfreuen sich allerdings an den Wärmekissen mit der Naturfüllung. Dort werden Kirschkernkissen immer beliebter.