Studium ade – Die letzten Hundert Tage vor dem Ernst des Lebens

Nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) hätten Sie wohl außergewöhnliche Chancen, eine Stelle zu finden, wenn Sie alt sind, behindert und einer Minderheit zugehörig sind – dann sähe der Chef kaum einen Grund, Sie abzulehnen.

Was tun Sie aber, wenn Sie ein tüchtig ausgebildeter Mitteleuropäer sind und – so wie eine Menge andere auch – nach Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz suchen? Es bleibt Ihnen nichts weiter übrig, aber Sie werden mindestens (!) die letzten 150 Tage Ihres Daseins als Student damit verdingen müssen, sich auf den Umstieg ins Berufsleben vorzubereiten. Das hört sich nicht erstrebenswert an und – das ist es auch nicht. Aber es fördert.

Also, scheuen Sie sich doch nicht, die ganz klassischen Wege zu gehen. Dazu gehören zunächst einmal eine brauchbare Analyse der eigenen Person. Reden Sie zum Beispiel mit einem Dozenten Ihres Vertrauens und mit Ihren besten Freunden – denn die sagen Ihnen mit höchstwahrscheinlich die Wahrheit – wo sie Ihre Stärken und Schwächen sehen – und zwar nicht nur die fachlich relevanten, sondern zusätzlich bei den sogenannten Kopfnoten, die im heutigen Markt immer bedeutender zu werden scheinen.

Auf der Suche nach Jobs machen Sie dann eine Analyse des Marktes. Das heißt: Untersuchen Sie, in welchen Branchen arbeiten Arbeiter mit Ihrer Bildung und Ihren Fähigkeiten – und entspricht eine dieser Bereiche Ihrem Traum von einem Job. Nach dem Traumjob müssen Sie übrigens wirklich immer zuallererst die Augen aufhalten – dabei aber einen Ausweichplan nicht vernachlässigen. Also: Wenn mein Traumjob in meiner Lieblingsbranche nicht frei sein sollte, wo könnte ich in diesem Fall arbeiten?

In einigen Situationen bedenken Leute, die zum 1ten Mal eine Stelle antreten wollen, zu kurz und suchen ausschließlich in dem begrenzten Feld dessen, was sie erlernt haben. Hierbei vernachlässigen sie artgleiche und verwandte Felder, bei denen sie gleichfalls arbeiten könnten, wenn sie ihre Fähigkeiten nur ein wenig auffrischen oder überdenken. Also recken und strecken: Achten Sie auf PMs aus Ihrer Branche, schauen Sie sich die Inserate (Presse und/oder das Internet