Wie schreibe ich ein ausdruckstarkes Gedicht?

Gedichte schreiben viele. Doch nicht jedes Gedicht entspricht tatsächlich dem, was man unter einem ausdrucksstarken lyrischen Werk versteht.
Ein gutes Gedicht erfordert nicht nur ein gewisses Schreibtalent, sondern auch ein reiches Repertoire an Stilmitteln, vor allem aber ein Thema. Einfach so dahin philosophierte Reime sind dem Leser zumeist ein Gräuel, da sie nur selten über irgendeinen gedanklichen Zusammenhang verfügen und dementsprechend unzugänglich sind.

Bevor man also überhaupt mit der lyrischen Arbeit beginnt, sollte man sich auf jeden Fall darüber klar werden, über was man überhaupt ein Gedicht schreiben möchte. Gedichte können grundsätzlichen jeden Bereich des Lebens thematisieren: den Alltag, die Liebe, Schmerzen, Traurigkeit, Enttäuschungen, Frust, und so vieles mehr.
Ist man sich seines Themas und dessen gedanklicher Strukturierung erst einmal sicher, kann der eigentliche Prozess des Schaffens losgehen. Sofortiges Losschreiben wird in den meisten Fällen jedoch unmöglich sein. Oftmals ist es zunächst notwendig, Gedanken und Gefühle zum jeweiligen Thema zu sammeln - und diese möglicherweise als so genannte Mindmap zu Papier zu bringen. Wichtig ist es auch, bereits themenrelevante sprachliche Bilder zu finden und aufzuschreiben, damit diese im späteren Prozess des Dichtens greifnah sind.
Für gewöhnlich eröffnet dieser intensive Umgang mit themennahen Begriffen den Weg ins Formulieren. Oftmals sprudeln die Worte an dieser Stelle nur so hervor. Es ist anzuraten, erst einmal alles aufzuschreiben, was einem einfällt. Wegstreichen, aussortieren und umstellen kann man auch später noch. Es hat zunächst Priorität, alle relevanten Ideen auf Papier zu bannen.

Ob man sich beim Dichten für ein Reimschema entscheidet, ist eine Frage des persönlichen Stils. Wichtig ist stets: Nicht aufgesetzt klingen!