Untreue und Seitensprung - die Natur des Menschen?

 
"Der Einwand, der Seitensprung, das fröhliche Misstrauen, die Spottlust sind Anzeichen der Gesundheit: alles Unbedingte gehört in die Pathologie", meinte schon der berühmte Philosoph Friedrich Nietzsche vor mehr als 100 Jahren.
Ein Seitensprung ist also kein modernes Phänomen, welches mit der Globalisierung und dem Werteverlust einhergeht, wie viele behaupten.
Der Mensch ist kein monogames Wesen, sondern eher ein moralisch-gesellschaftliches wie ein Blick in die verschiedensten Kulturen eindrucksvoll beweist.
 
Auch in der westlich- christlich geprägten Welt steht Treue nicht auf der Tagesordnung, obwohl die Ehe mit mehreren Partnern untersagt ist.
Wie kommt es also dazu, dass die Menschen einerseits die Monogamie einfordern und Besitzansprüche an ihren Partner stellen, sich aber auf der anderen Seite nicht daran zu halten scheinen?
Liegt es daran, dass man sich in der Beziehung vernachlässigt fühlt, sei es auf sexueller oder emotionaler Ebene?
Ist es die Natur des Menschen, dass er sich ständig auf der Suche befindet, weil er das Gefühl hat es könnte noch etwas Besseres kommen?
Oder gibt es überhaupt keine tieferen Erklärungen sondern schlichtweg nur den Grund, dass der Mensch ein sexuelles Wesen ist, welches Spaß an Abwechslung hat- unabhängig von der Liebe zu einer bestimmten Person?
 
Eindeutig kann man diese Fragen sicherlich nicht beantworten. So unterschiedlich viel die einzelnen Menschen, so unterschiedlich werden auch die Beweggründe sein.
Ist der eine sehr der Moral unterworfen, könnte ein Seitensprung wahrscheinlich nur dann vorkommen, wenn es unüberwindbar scheinende Probleme in der Beziehung gibt, während der andere ohne viel Rücksicht auf die Gefühle seines Partner seinen Trieben folgt.