Abschied ist... eine schwarze Krawatte?

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Das Leben ist voll von Anlässen, die man lieber vermeiden würde. Zu den unerfreulichsten davon gehören zumeist Beerdigungen und Trauerfeiern. Abschied zu nehmen ist nicht leicht, und selbst wenn der Verblichene nicht gerade zum engsten Freundeskreis zählte, ist die Stimmung zumeist angemessen getrübt.
 Als ob der Anlass nicht schon genug an den Nerven zehren würde, gibt es zu allem Überfluss auch noch Kleidungskonventionen, die, wenn auch nicht immer im Sinne des Verstorbenen, schon zu Schlägereien am offenen Grab geführt haben sollen. Nun gut, derartige Ausfälle sind zum Glück recht selten, aber der, der sich nicht an das Gängige hält, wird zumindest so manchen bösen Blick ernten.
 
Die ungeschriebenen Kleidungsregeln werden mit zunehmender Nähe zum Verstorbenen strenger.
Die klassische Trauerfarbe ist in unserem Kulturkreis immer noch schwarz. Und so wird zumindest von den Angehörigen ein formales schwarzes Outfit erwartet. Klassisch für den Herrn ist hier ein schwarzer Anzug, dazu ist die Krawatte schwarz. Schwarze Hemden werden hingegen oft schon mit Misstrauen beäugt. Denken Sie daran: auch wenn Sie als Angehöriger tausend andere Sachen im Kopf haben werden als Ihr Outfit, stehen Sie doch durchgehend im Blickpunkt.
 
Sind Sie Bekannter, Nachbar oder Freund, so haben Sie hier etwas mehr Freiheiten. Verkehrt ist der schwarze Anzug auf gar keinen Fall. Steht dieser nicht zur Verfügung, so tut es auch ein anderer Anzug oder notfalls ein Sakko in gedeckten Farben. Traditionell werden solche Gelegenheiten auf dem Land eher strenger gehandhabt als in der Stadt. Aber wenn die Temperatur sich dem Gefrierpunkt nähert und Ihr einziger Wintermantel nun mal grün oder beige ist, müssen Sie nicht im bloßen Anzugjackett frieren.
 
Vermeiden sollten Sie allzu „cool“ zu wirken. Das bis auf die Brust aufgeknöpfte Hemd sollte ebenso tabu sein wie das schwere Goldkettchen darunter. Helle, knallige Farben sind nicht gern gesehen, es sei denn, der Verstorbene hat es ausdrücklich so gewünscht.
Übrigens: ausnahmsweise kein Fauxpas sind Sonnenbrillen, solange sie nicht zu auffällig sind. Denn vielleicht wollen Sie ja gerade bei einem so rührenden Anlass Ihre tränenden Augen eben nicht der Öffentlichkeit zeigen.