Nicht so schwarz malen, bitte... Dresscode bei Hochzeiten

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Was hatte der stilbewusste Mann es doch in der Steinzeit noch einfach. Er war Sommer wie Winter mit einem umgelegten Bärenfell jederzeit dem Anlass gemäß gekleidet. Erst später begann der Mensch, sich  nicht nur raffiniertere Kleidung, sondern auch noch raffiniertere Kleidungskonventionen zu geben. Welches Outfit war passend für die Hochzeit, das Fest, den sonntäglichen Kirchgang? Oder gar für das große Festbankett?
 
Nun, der klassische Anzug nahm den Herren doch einen großen Teil dieser Überlegungen wieder ab. Ob im Büro, ob abends im Restaurant, ob auf Empfängen oder Einladungen, er passte einfach immer. Wurde es noch festlicher, kamen Frack oder Smoking zum Einsatz.
 
Diese all zu festlichen Dresscodes sind heute selten zu sehen. Und doch: gerade hier liegt auch eine Gefahr. Denn eine ganze Menge alter Kleidungskonventionen hat sich erhalten, die wir – zumindest bewusst – heute gar nicht mehr wahrnehmen. Und so gilt es, so manchen Fauxpas zu vermeiden und nicht all zu offensichtlich gegen ungeschriebene Regeln zu verstoßen.
 
Ist man zum Beispiel zu einer Hochzeit eingeladen, warten Fußangeln ohne Ende. Nun gut, das Brautpaar selbst wird sich im Normalfall nicht beleidigt fühlen, wenn Sie die falsche Krawatte tragen. Gerade ältere Verwandte hingegen sind da kritischer, und darum sollten Sie sich sicherheitshalber an die überlieferten Regeln halten. Nun, für die Dame ist das nicht all zu schwer: kein Kleid in Weiß oder Créme, und nicht festlicher als die Braut. Das klingt machbar.
 
Und der Mann? Wirft sich in seinen festlichen schwarzen Anzug? Ganz falsch. Denn Schwarz gilt in unserem Kulturkreis als Farbe der Trauer. Und die sollte man bei einem so freudigen Anlass wie einer Hochzeit lieber vermeiden. Ist ihre Krawatte schwarz, sehen Sie eher nach Beerdigung als nach einer Vermählung aus.
 
Auch sollte man den Bräutigam nicht all zu stark überflügeln. Nun, wenn der ein notorischer Krawattenhasser ist, wird Ihnen den dezenten Binder dennoch niemand übelnehmen. Aber Finger weg von der edlen Abendgarderobe, es sei denn, sie ist ausdrücklich erwünscht. Da die meisten Trauungen ohnehin am Vormittag stattfinden, wäre sie sowieso fehl am Platz.
 
Vermeiden Sie aber auch Anzüge in Weiß, Créme oder Champagner. Derartige Farben gehen nur für das Brautpaar in Ordnung. Auch ausgefallene Halszierden wie ein Plastron oder Jabot trägt auf einer Hochzeit höchstens der Bräutigam.
Nun, niemand wird sie wegen eines Verstoßes des Saales verweisen. Aber sie wissen wenigstens, warum Tantchen auf einmal so streng guckt.