Ein starker Hauch von Eleganz

Kürzlich, es war ein dieser spannenden Tage, wo meine Vertraute mal wieder den Wunsch hatte: "Laß' uns ein wenig Bummeln. Ich möchte mal wieder Shoppen." In Großstädten wie München, Berlin, Hamburg oder Düsseldorf, da gehören exklusive Fachgeschäfte zum Stadtbild. In einer mittelgroßen Stadt im Ruhrgebiet suchte ich vergebens. Also machten wir uns auf den Weg in ein bekanntes Kaufhaus einer süddeutschen Großstadt, Abteilung "Feine Wäsche". Meine Vetraute ist naturgemäß etwas ausdauernder als ich, also setzte ich mich in den Altherrensessel und beobachtete das Kommen und Gehen in der Abteilung für "Feine Wäsche." Die sündhaft teuren Korseletts, die verspielten Lingeries, das alles fand meine besondere Zustimmung. Dennoch war ich überrascht, wie leger und bar jedweder modischer Eleganz potentielle Käufer das Warenhaus betraten. Die meist jüngeren Herren in bedruckten T-Shirts, wadenlangen Hosen, luftigen Flipflops und zentnerschweren Rucksäcken. Ausgerüstet mehr für einen Tagestrip zum Baggersee, als für eine Shopping-Tour.
 
Zugegeben, einen 25 Liter Rucksack kann man wunderbar vollpacken, die wenigsten aber zieren den Träger oder die Trägerin im städtischen Flachland. Taschen, oder bags, wie man sie heute nennt, sollen nicht nur Zierde sein und Nonchalance ausstrahlen, sie sollen selbstverständlich auch so robust und haltbar sein, daß sie einen ausgedehnten Einkaufsbummel schadlos überstehen. Und das auch morgen und übermorgen. Es gibt Taschen für jeden Tag auf der großen Fahrt nach Reisenthel. Shopper, und die hilfreichen Trolleys, die man ohne viel Kraftanstrengung hinter sich herziehen kann, um größere Einkäufe zu tätigen. Ein Geheimtip: Für die Reise unentbehrlich und platzsparend zu verstauen, die aufrollbare Kosmetiktasche, für die Dame und den Herrn.
 
Taschen sind die Wohnzimmer für unterwegs. Sie beherbergen Stifte und Notizhefte, Spiegel und Lippenstift, Handy oder Laptop. Sie dürfen praktisch sein, müssen es nicht. Sie dürfen schick aussehen, da sollten sie. Der Autor schnappt sich jetzt seinen allrounder. Thermoskanne, Kamera und Stift und Block verstaut und schaut sich ein wenig in den Städten um.
 
Hans-Joachim Püttmann