Puppenmuseum in Palma

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Auch Puppen leben auf eine gewisse Art und Weise. Zumindest hat es den Anschein, wenn sich eines der Exponate des Nachts von selbst bewegt, indem sie zur Seite gleitet oder dergleichen. Die Sammlerin Alicia García Germán, die auch gleichzeitig die Ausstellerin ist, lässt sie dann meistens liegen, weil sie sagt, die Puppen hätten auch eine Seele, die man respektieren muss. Die Suche nach den Puppen führte sie inzwischen durch die ganze Welt. Europa, Amerika und andere Länder hat sie schon besucht auf der Suche nach den antiken Puppen. Ihre erste allerdings fand sie in Palma.
 
Die Ausstellung, die sich nahe der Kathedrale befindet, beinhaltet etliche Glasvitrinen, wo man sämtliche ihrer Exponate bestaunen kann. Eine größere Räumlichkeit wäre allerdings besser, findet auch die Museumsbesitzerin und sie ist schon fleißig auf der Suche danach. Bislang musste sie ihre Schätze jedoch in ihren engen Behausungen lassen. Dennoch ist es den meisten Besuchern nicht möglich, die Ausstellung innerhalb von einem Tag zu sehen und sie kommen so gerne hierher, dass sie alles sehen möchten. Eine eigene Mallorca Immobilie wäre da vielleicht eine Überlegung.
 
Doch es handelt sich bei der Ausstellerin nicht nur um eine Dame, die eben ein Hobby betreibt, sondern um jemanden, der sich mit seinen Schätzen wirklich auskennt. Nicht nur aus der neueren Zeit besitzt sie Puppen. Auch aus dem Mittelalter und der Jungsteinzeit gibt es Exponate, die sie erworben hat. "Die Puppen aus dem Jungsteinzeitalter wurden meist gestaltet, um als Fruchtbarkeitsgöttin zu dienen. Sie wurden entweder an einem Band um den Hals getragen, oder man verschenkte sie zu einem gegebenen Anlass.", erzählt sie, ebenso wie die genaue Gestaltung der Wachsgesichter, die im Mittelalter so viele Details enthielten, dass man sie für täuschend echt halten konnte. "Ihre Augen sind aus Glas, während die Haare jeweils einzeln eingesetzt werden mussten, aber auch aus echten Haaren bestanden.", erzählt sie weiter.
 
Effektiv bekommt man von ihrem Wissen leider nur wenig mit, denn in den Vitrinen selbst befinden sich kaum bis gar keine Informationen zu den Schätzen, was ein weiterer Grund für die Bewunderer der Ausstellung wäre, sich für den baldigen Heimatort und das dazugehörende Mallorca Apartment  auszusuchen. Denn nur mit der Zeit bekommt man all das Wissen der Sammlerin mit.
 
Was das geschichtliche angeht, wissen die meisten, die hierher kommen, dass zahlreiche Puppen zwischen 1850 und 1930 hergestellt wurden. In dieser Zeit wurden auch einige Neuerungen in der Produktion eingeführt. Die Beweglichkeit der Körper, Porzellanarbeiten und die spätere Herstellung aus Gummi, sowie Zelluloid wurden von Frankreich und Deutschland erforscht, welche zu der damaligen Zeit marktführend in der Produktion von Puppen gewesen sind.
 
Auch davon findet man einige hier im Museum. "In der früheren Zeit", erzählt die Ausstellerin: "war die Puppe etwas für Erwachsene. Erst später wurde sie als Spielzeug gesehen." Eine deutsche Bruno-Schmidt-Puppe, welche etwa aus dem Jahr 1890 stammt, besitzt einen exquisit bestickten Mantel, die Puppe selbst ist beweglich und diente zur Belustigung der Menschen, die bereits aus dem Kindesalter draußen waren. Als Spielzeug selbst führte man die Puppen erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Schildkröt-Puppen sind hier ganz populär, die damals noch aus Zelluloid hergestellt wurden.
 
Auch Erbstücke beinhaltet die Ausstellung, wie eine Puppe in einem blauen Kleid, die Alicia García-Germán gerne zeigt. Sie besaß für jede Alltagsgelegenheit ein eigenes Kleid und nannte sich Mariquita Pérez. Sie war die bekannteste Puppe in ganz Spanien.
 
Letzten Endes ist es im Museum allerdings auch so, wie sonst: Ansehen, aber nichts anfassen! Natürlich darf man die Puppen nicht auf den Arm nehmen. Das schönste ist das Lächeln, welches sie zurückwerfen – Wenn man Glück hat und sie nur lange genug ansieht.