Lapis Lazuli – der Stein der Könige

Mineralien üben schon seit jeher eine unglaubliche Anziehungskraft auf den Menschen aus. Einerseits werden sie bis zum heutigen Tag in Schmuckstücken verarbeitet, andererseits wird ihnen auch jetzt noch eine magische oder heilende Kraft zugeschrieben. Mineralien sind sehr schön anzuschauen und haben etwas Spirituelles an sich. Heute sind ca. 4.600 Mineralien bekannt, die meisten von ihnen sind anorganisch. Die Lehre von den Mineralien wird als Mineralogie bezeichnet. Der Lapis Lazuli – auch als Lasurstein oder Lapis bekannt – ist ein blauglänzendes Mineralgemisch. Der Fundort bestimmt über die Anteile der Mineralien Lasurit, Pyrit, Calcit und auch Diopsid und Sadalith mit. Definitionsgemäß wird der Lapis Lazuli zu den Gesteinen gezählt. Dies kann man auch dem Begriff selbst entnehmen. Das Wort Lapis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet nichts anderes als Stein. Das arabische Wort lazulum kann man mit „blau“ übersetzen. Wir haben es hier also mit einem wunderschönen blauen Stein zu tun. Der Lapis Lazuli ist schon im 3. Jahrtausend v. Chr. ein Handelsgut gewesen. Er wurde sowohl in Form von unbearbeiteten Blöcken als auch in Form von geschliffenen Schmuckperlen über sehr weite Strecken befördert. Die Farbe kann von Stein zu Stein variieren. Am begehrtesten sind Schmuckstücke, die eine intensive ultramarinblaue Färbung (S3-Radikalanionen) aufweisen. Als Echtheitsnachweis gilt der fein verteilte Pyrit. Je höher der Anteil des Pyrits ist, desto grünlicher ist die Farbe des Lapis Lazuli. Der Lapis wird in erster Linie durch Metamorphose bzw. metasomatische Vorgänge in Amphiboliten, Gneis, Marmor, Peridotiten und Pyroxeniten gebildet. Westlich des Hindukusch liegen die bekanntesten Fundstätten, nämlich in der Provinz Badakhshan in Afghanistan. Andere wichtige Fundstätten befinden sich in Russland. Verwendung fand und findet der Lapis Lazuli insbesondere als Schmuckstein und als Pigment in der Kunst. Die Geschichte des Lapis als Schmuckstein reicht mindestens 7.000 Jahre zurück. Im alten Ägypten nahm der Lapis eine wichtige Rolle ein – er galt als das Kostbarste, was die Ägypter besaßen.