Spaß am Leben im alten Stil

Im Zuge der New Age Bewegung der 1980er Jahre träumten viele von einem alten Bauernhof, einer eigenen Schafzucht und die Herstellung eigener Rohstoffe. Eine alternative Lebensweise wieder zu entdecken und danach zu leben ist der Traum vieler. Wenn dann noch eine denkmalgeschützte Immobilie in Form eines alten Fachwerkhauses gefunden wird, kann der Spaß des Aussteigens beginnen.

Nur ist dies wirklich so leicht in Deutschland? Eine denkmalgeschützte Immobilie zu restaurieren benötigt viel Fachwissen und Fachhandwerker. Alleine schon für ein Reetdach, das den Bestimmungen der denkmalgeschützten Immobilie entspricht, zahlt man heute ein Vermögen, da dieses Handwerk fast ausgestorben ist. Von der Versicherung mal ganz zu schweigen, da die Brandgefahr sehr hoch ist.

Doch, wie ist es, wenn man sich einfach eine denkmalgeschützte Immobilie aussucht und sie gar nicht in ihren Urzustand zurück versetzt?
In Deutschland gibt es härtere Bestimmungen, was den Besitz von denkmalgeschützten Immobilien betrifft als im Ausland. Wer diese besitzt, muss sich auch darum kümmern, dass sie nicht zerfällt und ihren alten Charakter verliert. Der Staat hilft hier oft mit einigen Subventionen, da er ja selbst Interesse an der Erhaltung dieses Denkmalgutes hat. Leider helfen die staatlichen Zuschüsse bei Weitem nicht aus und wer hinterher wirklich das Experiment „alternative Lebensform“ anstrebt, der sollte vorher sparen, sparen, sparen, damit ihm nicht in den ersten zwei Jahren schon die Luft wegbleibt und er seinen Traum wieder aufgeben muss. Auch das Aussteigen soll heute wohl überlegt sein. Mit einem alten Bauernhaus kann die Romantik vom Leben wie im Mittelalter schnell zum Albtraum werden.