In Deutschland findet die Ziehung der Lottozahlen jeden Mittwoch und Samstag statt. Das weiß jeder. Das deutsche System heißt Lotto 6 aus 49. Sechs Zahlen werden aus einem 49 Kugeln zählenden Pott gezogen, das weiß auch jeder. Die Zusatzzahl wird aus den restlichen noch verbleibenden 43 Zahlen gezogen. Die Superzahl wird gesondert aus einem Topf von 1 bis 9 ermittelt. Vermutlich wissen das auch die meisten.
Beim staatlichen Lotto, egal ob konventionell oder per Lotto Quicktipp gespielt, werden aber nur 50 Prozent der Spieleinsätze als Gewinne ausgezahlt. Das wissen wohl die wenigsten. Der Rest geht an die Sportförderung, kulturelle oder soziale Projekte, ein Teil wird als Lotteriesteuer abgeführt und die Lottoannahmestellen erhalten natürlich auch noch eine Provision.
Für die Gewinnklasse 1, also für sechs Richtige plus Superzahl, werden 10 Prozent der Ausschüttungssumme bereitgestellt. Gibt es mehrere erfolgreiche Glücksritter, wird der
Betrag unter ihnen aufgeteilt.
Wenn kein Gewinner ermittelt werden kann, sammelt sich ein Jackpot an. Die nicht ausgezahlte Summe wird bei der nachfolgenenden Ziehung zur Ausschüttungssumme addiert. Grundsätzlich ist dies in jeder der acht Gewinnklassen möglich. In den Gewinnklassen 4 bis 8, gleichbedeutend mit fünf bis drei Richtigen, mit und ohne Zusatzzahl, kommt ein Jackpot so gut wie nie vor. Die Wahrscheinlichkeit für einen „Dreier“ oder „Vierer“ ist viel zu hoch.
Die Wahrscheinlichkeit für 6 Richtige aus 49 liegt bei etwa eins zu 14 Millionen. Hat man zusätzlich noch die Superzahl getroffen, ist man ein Glückritter, der die Chance von eins zu 140 Millionen beim Schopfe gepackt hat. Einen Mann aus Baden-Württemberg hatte dies im Jahr 2005 getan. Gleichzeitig hatte er das Glück, dass keiner der vielen Mit-Tipper die gleichen Zahlen auf dem Zettel hatte. Er strich fast 25 Millionen Euro ein. Das ist bis heute der größte Einzelgewinn in der deutschen Lotto-Geschichte.
2004 hatten zwei Lottospieleraus Nordrhein-Westfalen weniger Glück, falls man das bei einem geteilten Lottogewinn von fast 27 Millionen Euro überhaupt sagen kann. Beide hatten die gleichen Zahlen angekreuzt. Trotzdem ist dies die bisher größte Gewinnsumme der bundesdeutschen Lottohistorie gewesen. Der niedrigste Gewinn für sechs Richtige plus Superzahl teilten sich 1999 neun Gewinner. Knapp 407.000 DM wurden in der gesamten Republik verteilt.
Es kann aber noch viel schlimmer kommen. Pech im Zusammenhang mit einem Lottogewinn zu erwähnen, erscheint ausgeschlossen. In diesem Fall jedoch ist es wohl der richtige Ausdruck. Die Rede ist von der wohl kuriosesten Lotto-Ziehung in der deutschen Geschichte. Die erlebte die Bundesrepublik am 10. April 1990. Damals wurden die Zahlen 2, 3, 4, 5, 6 und 26 gezogen. Über 38.000 Spieler hatten die ersten fünf richtig getippt. Dementsprechend wurde die Gewinnsumme aufgeteilt. Die Glücklichen bekamen für ihren „Fünfer“ ganze 379 DM und 90 Pfennig ausgezahlt.