Oft wird man als engagierter Hundeausbilder mit folgendem Satz konfrontiert: „Jetzt habe ich so viel Zeit und Geld investiert und jetzt folgt mein Hund nicht mehr! Dabei war er vor vier Wochen noch so brav...“ Manchmal hört man eine andere Klage: „Vor einem halben Jahr hat mein Hund die Begleithundeprüfung mit Auszeichnung bestanden. Und jetzt kann er gar nichts mehr – und folgen tut er auch nicht mehr...“ Hundehaltung wird plötzlich zum Problem. Auffällig bei beiden Beispielen ist, dass jeweils der Hund verantwortlich gemacht wird, nicht der Mensch. Forscht man im Gespräch mit dem enttäuschten Hundehalter nach, so kommt man beinahe immer zur Erkenntnis, dass der Mensch die Ursache des geschilderten Problems ist. Viele Hundebesitzer glauben nämlich, dass mit einer mehrwöchigen, aber im Hundeleben einmaligen Erziehungslektion das Ultimative für die perfekte Hundehaltung geleistet ist. Sie übersehen, dass ein Hundekurs lediglich der Beginn einer lebenslangen immer wiederkehrenden Übung ist. Nur die ständige Wiederholung gewährleistet, dass die im Hundekurs erlernte Hundeerziehung fürs Leben erhalten bleibt. Auch im Hundeleben gilt: „Übung macht den Meister!“ Dann ist Hundehaltung ein Kinderspiel.
Konsequente Hundehaltung ist bei der Beachtung einiger weniger Regeln sehr einfach
So ist der Hundeerziehungskurs, dem anschließend keinerlei Vertiefung folgt, lediglich eine nette Episode im Hundeleben. Mehr nicht! Die Urkunde bleibt, der Erfolg verblasst. Dabei fördert das ständige Üben der erlernten Hör- und Sichtzeichen die Bindung des Gespanns Hund-Mensch. Ein zufriedenes und entspanntes Zusammenleben ist ein angenehmer Nebeneffekt. Eine andere Problematik äußert sich in der Klage, dass ein Hund „plötzlich“ nicht mehr folgt – trotz Hundeerziehung. Ein weit verbreitetes Phänomen: Kaum ist der Hundekurs vergangen, schleichen sich oft Fehler in der „Ansprache“ des Hundes ein. Während in der Hundeschule zur Hundeerziehung eindeutige und klare Hörzeichen eingeübt und verknüpft wurden heißt es dann plötzlich, wenn der Hund nicht korrekt bei Fuß geht: „Zurück, hier, Fuß!“ Der Hundehalter will seinem Hund folgendes sagen: „Hund, Du gehst etwa einen Meter von mir entfernt, nicht bei Fuß. Komm zurück und zwar hierher und geh' anständig bei Fuß, so wie wir es gelernt haben!“ Was kommt beim Hund an? Das eindeutige(?) Signal „xx2xklbjuhrepgfpjuw675eg!“ Was setzt der Hund um? „Nichts!“ Wie soll er denn auch. Er kann mit „xx2xklbjuhrepgfpjuw675eg!“ nichts anfangen. Das hat er in der bisherigen Hundeerziehung nicht gelernt. Auch wenn er den besten Willen zeigt: Es geht nicht! Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder man verknüpft mit „xx2xklbjuhrepgfpjuw675eg!“ ein sauberes Bei-Fuß-gehen, oder man besinnt sich auf das Hörzeichen, das dem Hund schon erlernt wurde: „Fuß!“ Die sinnvollere Variante ist sicher die zweite.
Gute Hundebücher vertiefen das Verständnis zwischen Hund und Hundhalter
Will man die Zeit für einen weiteren Hundekurs nicht aufbringen, so sei zu einem modernen Hundeerziehung-Buch geraten. Ein Griff zu solch einen Hunderatgeber schärft immer wieder den Blick für Fehler in der Hundeansprache. Außerdem ist es immer empfehlenswert, sich in Büchern zur Hundehaltung frühzeitig zu informieren. Wenn der Hund in den Brunnen gefallen ist, dann ist es meist sehr mühsam Korrekturen anzubringen. Martin Stangl, hundefreunde24