Berufsunfähigkeit - Wo Sparen am Ende viel kosten kann

Berufsunfähigkeit ist ein unangenehmes Thema. Darüber nachzudenken, das bedeutet, sich mit Lebensverhältnissen auseinander zu setzten, die schwerwiegende Einschnitte in der Lebensführung bedeuten können.  Viele Menschen fühlen sich oft anderweitig gut abgesichert. Privater Risikoschutz ist den meisten schlicht zu teuer. Doch wer seinen Lebensunterhalt ausschließlich aus seiner Arbeitskraft erwirtschaftet, erlebt eine böse Überraschung, wenn ihm unvermittelt die Berufsunfähgikeit droht. Gründe für Nichtabsicherung sind „Policen sind zu teuer“, zwei Drittel der Berufstätigen wollen max. 25€ im Monat ausgeben. Dicht gefolgt von „Geld für anderes ausgeben“ und „anders vorgesorgt“.
 
Ausgerechnet beim Thema Berufsunfähigkeit (BU) wird gegeizt. Dabei empfehlen Verbraucherschützer und Versicherer bei allen Berufstätigen einen Vertrag, da der Schutz des Staates sehr löcherig ist. Jedoch nur vier von zehn besitzen eine solche Police, da viele Irrtümer kursieren.
 
Irrtum 1 - Querverrechnung:
Viele glauben, dass die Leistungen der privaten Absicherung mit der staatlichen Leistung verrechnet werden.
Falsch: Ansprüche aus gesetzlicher Rente und privater Rente werden ungeschmälert ausgezahlt.
 
Irrtum 2 - Das Risiko Berufsunfähig zu werden, wird als gering eingeschätzt:
Etwa 14 Prozent der Berufstätigen sehen ein größeres persönliches Risiko, jemals berufsunfähig oder arbeitsunfähig zu werden. Mittlerweile muss aber jeder 5. Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen seinen Job aufgeben.
 
Irrtum 3 - Vorhandenes Vermögen reicht aus:
Ähnlich wie in der privaten Altersvorsorge heißt es immer wieder, eine vorhandene Immobilie hilft. Allerdings hilft diese nicht beim Bezahlen der Rechnungen, die BU-Rente schon. Fakt ist, wenn das Gehalt ausbleibt, ist das Vermögen auf Sparkonten und in Wertpapierdepots rasch aufgebraucht.
 
Auch gaben viele Menschen an, dass eine Unfallpolice bei Berufsunfähigkeit helfe. Hier muss man anmerken, dass die Unfallversicherung nur ca. fünf Prozent der BU-Fälle abdeckt. Psychische Belastungen im Job oder schwere Krankheiten wie Krebs, Wirbelsäulenerkrankungen oder Herzinfarkt sind keine Unfälle. Im übertragenen Sinne kaufen die Menschen einen Fallschirm und sind überzeugt, dass dieser auch beim Ertrinken hilft.